Die heiligen Plätze des Kaffees
Äthiopien beherbergt auf seinem Gebiet Stämme mit unterschiedlicher Herkunft, Sprache und
Religion.
Im Norden findet man vor allem Amharen und Tigray, semitische und christliche Völker,
während der Süden hauptsächlich von den Oromo bewohnt wird, die islamischen Glaubens sind und 50%
der Bevölkerung stellen. Gerade unter letzteren sind bei der Zubereitung der Teile der
Kaffeepflanze bis heute alte Traditionen und zeremonielle Bräuche lebendig geblieben: vom Kuti -
einem Tee aus den Blättern -, über den Hoja - einen mit Milch verdünnten Absud -, zur
Bunna-Zeremonie der Zubereitung des schwarzen Getränks.
Die Verwendung jedes essbaren Teils der Coffea Arabica Pflanze geht auf weit zurückliegende
Zeiten und weit entfernte Orte zurück, genauer gesagt auf die äthiopische Region Kaffa, von der
auch der Name "Kaffee" stammt. Seine zunehmende Würdigung als offizielles Getränk des Islam zeigt
sich auch in seiner Verbreitung unter den moslemischen Gemeinschaften Äthiopiens. Zwischen 1600 und
1700 verwandelt sich Harar, eine Hochburg mit weißen Mauern und die viert heiligste Stadt der
Muslimen, in ein wichtiges kulturelles und strategisches Zentrum für den Handel mit Kaffee aus dem
Jemen.